"y las dos eran ninguna"

2018/19 – für Viola – 8' – UA: 08.02.2019
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Angelehnt an ein Gedicht von Frederico García Lorca ist dieses Stück geprägt von einer Ambiguität der Gestalten. In kontrastierender Parallelität verbinden sich unterschiedliche Elemente zu instabiler Gleichzeitigkeit und alles treibt durch ein fragiles, enigmatisches Universum.

Taqsīm ٤

2017/18 – für Akkordeon – 8' – UA: 31.01.2018
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Klangstudie, die sich mit dem Phänomen Geräusch auseinandersetzt. Im Hintergrund wirkt eine imaginäre Maschine, deren fiktive Prozesse allein über ihre akustischen Nebenprodukte wahrnehmbar sind. Nicht Klangmalerei, son­dern die ästhetische Wertschätzung unbeabsichtigter klanglicher Begleiter­scheinungen stehen im Fokus dieses Stücks.

Penumbra

2014/2018 – für Violine oder Viola, Altsaxophon & Klavier – 8-12' – UA: 23.02.2018
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Penumbra ist ein akustischer "Halbschatten", ein diffuses Klangereignis, bei dem klangliche Konturen verschwimmen. Klänge verschmelzen so, dass ihre Quellen undeutlich werden. Dies geschieht dadurch, dass sie bis zur Ununter­scheidbarkeit angenähert oder so komplementär überlagert werden, dass sie nicht mehr auseinanderzuhalten sind.

Radio

2017 – Elektronisches Objekt
→ Video
Objekt aus einem alten Radio, bei dem Knöpfe und Regler abgegriffen und an einen Mikroprozessor angeschlossen wurden. Auf diesem ist ein Bytebeat-Algorithmus programmiert, der Spannungsveränderungen steuert und über Pulsweitenmodulation in Audiosignale wandelt. Mit Hilfe der Knöpfe und Regler kann der Algorithmus manipuliert werden; die Regler legen Zahlenwerte inner­halb des Algorithmus fest, die Knöpfe bestimmen den Operator, der dessen zwei Hälften verbindet.

Taqsīm ٣

2016 – für Violoncello – 7' – UA: 27.07.2018
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Virtuoses Solostück, das mit dem Kontrast zwischen starker Erhöhung und star­ker Reduzierung der Ereignisdichte spielt. Nach einer dicht gedrängten Fülle an unterschiedlichsten Klängen, die isoliert wahrzunehmen schwerfällt, reduziert sich das Geschehen auf ein Minimum, sodass sich der Fokus sozusagen neu einstellen muss. In der Mitte des Stücks liegt ein Spiegelpunkt, ab dem alles genau umgekehrt wieder zurückläuft.

fraktal

2016 – für Sopran, Flöte, Violoncello & Klavier – 8'
→ Partiturseite
Ein Stück, dessen heterogenen Komponenten sich kaleidoskopartig immer wie­der neu aneinanderfügen ohne wirklich eine feste Einheit zu bilden. Das Grund­gerüst bildet die Transkription eines Pornos mit Sasha Grey, worein sich formel­haft Fragmente aus einem Liebesbrief Frida Kahlos einfügen. Es endet mit ei­ner Paraphrase über ein John Dowland-Lied mit einem Text aus dem Ab­schiedsbrief Virginia Woolfs.

Intracerto

2016 – für keinen Solisten & kleines Ensemble – 8' – UA: 08.05.2016
→ Partiturseite → Verlag
In diesem Stück geht es darum, wie eine Solostimme in ihrer und auf ihre Be­gleitung wirkt. Das Ensemble stützt, imitiert, kontrastiert und erwächst aus der hypothetischen Solostimme, die – ohne je tatsächlich existiert zu haben – über­all innerhalb des Stückes wirkt. Zuerst verschmilzt die Begleitung gänzlich mit ihr, emanzipiert sich dann und ordnet sich wieder unter, jedoch in sich uneins.

Eskapade

2016 – Elektronische Komposition – 4'30''-9' – UA: 26.07.2018
→ Video
Unregelmäßige, fortlaufende Impulse bilden in diesem Stück das konstante Ele­ment, über dem sich vier Klang-Instanzen in einer vom Zufall bestimmten Struk­tur zueinander fügen und wieder trennen. Auch jede einzelne der Instanzen ist für sich in einigen Aspekten Zufallsprozessen unterworfen, die ihre momentane Klanggestaltung unvorhersehbar machen.

Thema und VVaarriiaattiioonneenn

2016 – für Kontrafagott & Live-Elektronik – 13'
→ screenshot
Dialog zwischen Kontrafagott und Live-Elektronik, in dem beide als gleichbe­rechtigte, autonome Partner agieren. Beide sind in ihren Klängen dem jeweils anderen angenähert und beeinflussen einander im Verlaufe des Stücks durch­gängig. Gleichzeitig variiert jeder das Thema auf seine Weise, sodass sich die Variationen ineinander verschachteln.

Taqsīm ١

2015 – für E-Gitarre – 15' – UA: 24.10.2018
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Virtuose Instrumentalstudie, die auf expressive Weise die klanglichen Mög­lichkeiten des Instruments auslotet. Basis bildet eine Modulation durch tra­ditionelle arabische Skalen, während der frei mit Andeutungen an die Oud, die arabische Laute, und an Rockmusik, insbesondere von Jimi Hendrix, gespielt wird.

97 | 79

2014/2018 – für Streichquartett – 6'
→ Partiturseite
Der Rhythmus ist hier die einzige fixierte Information, Hinweise auf Tonhöhe sind relativ und auch sekundär, da sich das Stück am Geräusch, nicht am kla­ren Ton orientiert. Alle Zahlenwerte beruhen auf Primzahlen: rhythmische Werte, die Anzahl der Takte, der Phrasen, der Abschnitte, der Seiten, auch die Tem­poangabe. Einzige Ausnahme ist die Besetzung.

"And now for something completely different"

2014 – für Klavier – 10'
→ Partiturseite
Dies ist ein Stück mit dekonstruktivistischem Charakter, das jedes Gefühl von Konsistenz und Zusammenhang unterbindet. Es lotet die unterschiedlichsten Spielarten des Klaviers aus und stellt sie sogleich infrage. In seiner flexiblen und unzusammenhängenden Struktur stellt es verschiedenste Stile und Tech­niken gegenüber und erzeugt den Eindruck von Instabilität.

Does it communicate anything? Must it?

2014 – für flexible Besetzung – flexible Dauer – UA: 23.05.2014
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Diese Fragen von John Cage stellen sich für jede Musik neu. Musik ist Kom­munikation und darum organisch lebendig. Sie lebt im Moment und dieses immer-anders-Sein wird in diesem Stück verabsolutiert. Es bietet enorme Frei­heiten für den/die Spieler, wodurch er/sie sich mit dem Komponisten in einer Kommunikation auf Augenhöhe begegnen soll(en).

TrioB

2014 – für Klarinette, Klavier & Schlagzeug – 7' – UA: 22.02.2014
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Studie zu den Rollen verschiedener Instrumentalfunktionen innerhalb eines En­sembles. Melodie-, Harmonie- und Rhythmusinstrument spielen nacheinander die Melodie-, Harmonie- und Rhythmusstimme, die sich alle aus Elementen des Blues speisen. Erst im letzten Satz erfüllt jedes Instrument die ihm üblicherwei­se zugeordnete Rolle.

2013/2014 – Kammeroper – 50' – UA: 07.07.2014
→ Trailer → Website
Multidisziplinäres Opernprojekt, dessen Protagonisten auf je eigene Weise mit einem fatalen Schicksal konfrontiert sind. Die Sprache ist unverständlich, da sie von den Sängern und Sprechern immer neu gebildet wird. So wird der Zu­gang von der Ebene des "Verstehens" auf die des "Erlebens" gehoben, was auch die Musik unterstützt.

Mrph II

2013 – für 2 Flöten – 6-9' – UA: 25.04.2013
→ Video → Partiturseite → Verlag
Der Titel leitet sich von dem Wort morph ab (englisch: to morph = verwandeln) und ist eine Lautmalerei für ein Grummeln oder Seufzen. Die Idee ist der Über­gang zwischen Geräusch und Klang einerseits und verschiedenen Klangquel­len andererseits. Die Grenzen der Klänge sollen weitest möglich verschwim­men und die momentane Klangquelle verschleiert werden.

Mrph I

2013 – für Sopran & Flöte – 6-9' – UA: 25.04.2013
→ Video → Partiturseite → Verlag
Der Titel leitet sich von dem Wort morph ab (englisch: to morph = verwandeln) und ist eine Lautmalerei für ein Grummeln oder Seufzen. Die Idee ist der Über­gang zwischen Geräusch und Klang. Das Stück ist ein Portrait, aufgebaut aus Zitaten aus Interviews. Die Dramaturgie verkörpern die Spieler in einem Wech­sel aus Interaktion und Verschmelzung zu einer Figur.

"... gleichsam, um die entflohene Zeit wieder zurückzu­spulen"

2013 – für Orchester – 9' – UA: 30.05.2013
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Montage-Stück, das drei nicht aufgeführte Orchesterwerke als Materialquelle nutzt. Sein Reiz liegt insbesondere in der zum Teil sehr heterogenen Verbin­dung stilistisch sehr unterschiedlicher Bruchstücke. Die Verschiedenartigkeit re­sultiert aus dem zeitlichen Abstand und ihre Verbindung gibt dem Klangcharak­ter eine neue Qualität.

Somnambul

2012 – für Ensemble – 4' – UA: 06.07.2012
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Wie ein Schlafwandler, der erinnerte Handlungen vollzieht, die durch Loslösung aus ihrem Kontext zwecklos und somit auf neue Weise selbstständig werden, verwendet dieses Stück als Material kleine Zellen. Diese durchwandert es, ei­ner Zahlensymbolik folgend, die sich aus dem Namen Somnambul ableitet und schafft so unbewusst neue Zusammenhänge.

Suite

2012 – für Toy Piano – 5' – UA: 24.04.2012
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Dies ist eine Hommage an John Cage, zu dessen 20. Todes- und 100. Geburts­tag. Allerdings nur in der Instrumentenwahl; das Stück ist in Aufbau und Spra­che vollkommen selbstständig. Die fünf kurzen Teile folgen einer Auswahl von rhythmischen Mustern und melodischem Tonmaterial, beide von traditionellen arabischen Formeln abgeleitet.

HABE

2012 – für Ensemble – 4'
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H A B E sind die vier Töne, die – auch in dieser Reihenfolge – das ausschließ­liche Material des Stückes und somit seine "Habe" bilden. Das Tonmaterial wird zunächst in Gruppen kollektiv aufgefasst und dann immer wieder individuell aufgebrochen, sodass sich im Ensemble ein Wechselspiel von Individuum und Kollektiv lebendig widerspiegelt.

3 Lieder über Gedichte von Helena Kaschel

2011 – für Sopran & Klavier – 7' – UA: 28.05.2013
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Wie ein Triptychon fügen sich die drei Lieder zusammen. Ihr separater Inhalt über Sein, Verlust und Leere bildet in diesem Zusammenhang eine durchgängi­ge Geschichte. Ein Geist erlebt sich, verliert sich und versinkt schließlich in un­endlicher Leere. Die unerbittliche Ewigkeit verschlingt alles – macht alles gleich. "Wer will schon die Unsterblichkeit?"

Totentanz

2011 – für Ensemble – 4'
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Dieser Totentanz ist eine ganz individuelle Auseinandersetzung mit Todesnähe. Bedrohlichkeit und Chaos im Klang werden hierin aber durchaus nicht ein­schüchternd, sondern als befreiend und antreibend verstanden. Der Totentanz ist auch ein Experiment: Erst im Tanz mit dem Tod spürt man genau, wie nah oder fern man ihm eigentlich ist.

Scrabble

2011 – für Marimbaphon – 2'
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Charakteristisch für dieses Stück ist das bausteinhafte Aneinanderfügen einzel­ner Elemente. Es liegt ein Ausgangsmaterial zugrunde, doch ist die Entwick­lung spielerischen Charakters. Die spärliche Angabe von Vortragsbezeichnun­gen und die Anweisung con molto espressione sollen jeden Interpreten dazu anregen, das Stück jeweils auf eigenen Weise zu "spielen".

RAVAGE ÉLÉGANT

2011 – für 2 Klaviere – 7' – UA: 21.11.2013
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Ravage élégant (elegante Verwüstung) ist eine als Wortspiel versteckte Hom­mage und Prinzip: Eine formale und charakterliche Vorlage wird durch ge­schickte kleine Veränderungen am klanglichen Material ihrer innewohnende Be­deutung entfremdet und das Resultat zu einem vollkommen selbstständigen Werk. Verwüstung ist hier fruchtbarer Natur.

Politische Musik

2011 – für Ensemble – 2'
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Kunst ist Selbstzweck. Diesem Credo verleiht das Stück mit Sarkasmus Aus­druck, der einzigen Möglichkeit, hier einem Paradox auszuweichen. So schlägt es in seinem ersten Teil einen von der Bitonalität eines Darius Milhaud beein­flussten fanfarenartigen und in seinem zweiten Teil einen vom Jazz und frühen Hollywoodklängen inspirierten süßen Ton an.

Arabeske

2010 – für 2 Schlagwerker – 4' – UA: 23.03.2011
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Das Stück ist einzig auf einem Impuls-Klang-Verhältnis konzipiert, ohne Instru­mente bestimmter Tonhöhe. Viele rhythmische Elemente, die hier Verwendung finden, entstammen Strukturen traditioneller arabischer Musik. Auf dem durch­gängigen aber aperiodischen Durchlauf der Bass-Trommeln entwickeln sich komplementäre und wechselnde Strukturen.

Großer Mittag

2010 – für Klavier – 2' – UA: 12.04.2011
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Der große Mittag ist der Moment der Selbstüberwindung des Menschen und des Erscheinens des Übermenschen in Nietzsches Zarathustra. Dieses Ereig­nis bedarf einer ruhigen, feinen und unpathetischen Musik. Inspiriert von Prä­ludien Skrjabins will dieses Stück also sagen: "Dies ist mein Morgen, mein Tag hebt an: herauf nun, herauf, du großer Mittag!"

Simon Al-Odeh (*1988 in Peine) wuchs in Recklinghausen auf. Nach Selbststudien in Musiktheorie und ersten Stücken für Jugendorchester, die in Deutschland, Italien und Frankreich aufgeführt wurden, erhielt er Kompo­sitionsunterricht bei Rüdi­ger Blömer. Simon Al-Odeh studierte bei Dolf de Kinkelder in Arnhem und bei Alex Manassen in Zwolle, in den Niederlanden. Seine Musik wurde u.a. durch die Neue Philharmonie Westfalen, Het Gelders Orkest und orkest 'de ereprijs' aufgeführt und erscheint seit 2011 im Verlag Dohr Köln. 2014 wurde sein multidisziplinäres Opernprojekt aufgeführt. Simon Al-Odeh war Teilnehmer der Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik und der Impuls Akademie in Graz mit den Tutoren Brian Fer­neyhough, Younghi Pagh-Paan, Isabel Mundry und Mark Andre. Er lebt und arbeitet in Köln.


info [at] simonal-odeh [dot] de


Links:

Damian T. Dziwis Cathrin Höhn Verlag Dohr Köln
A-Trio Benjamin Moritz Gronau ON Cologne
Krisztián Palágyi Gijs Verhoofstad WIND MUSIC Edition
orkest 'de ereprijs' Eline Keuchenius
Marije van der Ende
Leonie van Rheden

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Tel.: +49 (0) 15155526035

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